Sind Jugendliche wirklich nicht an Politik interessiert?

Im Zuge des bundesweiten EU-Projekttages lud die Städtische und Staatliche Wirtschaftsschule Nürnberg zum zweiten Mal Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Jugend und Politik – Interesse oder Verdrossenheit?“ ein.

  • von  A. Weikert
    09.05.2017
  • Beiträge [Angelika Weikert], Featured [Angelika Weikert], Familie, Jugend und Kinder

Was in Deutschland, vor allem aber über unsere Ländergrenzen hinweg in anderen Staaten politisch passiert, macht einmal mehr deutlich, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Um sie zu erhalten, ist es wichtig, sich an politischen Prozessen zu beteiligen und die Zukunft mitzugestalten.

Eine kleine Umfrage, die die Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule in deren Abschlussklassen im Vorfeld durchgeführt haben, hat hierzu ergeben, dass sich 58% der Befragten nicht für Politik interessieren. Als Gründe wurden u.a. das fehlende Vertrauen in die Politik und die komplizierte Sprache angeführt.

Die Podiumsgäste waren sich darüber hinaus einig, dass Politik jeden betrifft und man dies den Jugendlichen auch ins Bewusstsein ruft. „Politische Bildung muss gelernt und geübt werden, und das fängt eigentlich schon in der KiTa an“, betont Angelika Weikert und unterstützt die Kritik der Schülerschaft, dass der Lehrplan für den Schulunterricht zu wenig Raum für politische Bildung und Diskussion vorsieht.

Es gehört ebenfalls dazu, dass sich junge Menschen mit politischen Inhalten identifizieren können und von den Entscheidungen auch profitieren. In der Frage, ob sich die Befragten von den Politikern gut vertreten fühlen, kommentiert Julian Matschinske von den Jusos das Ergebnis der Umfrage, dass es ein Teufelskreis sei: „Die Wahlbeteiligung bei jungen Menschen ist relativ gering, also werden sie bei Wahlen auch bei der Themenwahl nicht als Hauptwählergruppe wahrgenommen, weshalb sie wiederum nicht wählen gehen.“

Die Veranstaltung endete mit einer lebendigen Diskussion über Chancengerechtigkeit und kostenfreien Zugang zu Bildung sowie Digitalisierung an Schulen. Auch wenn abschließend die Ausgangsfrage nicht eindeutig beantwortet werden konnte, waren sich alle in dem Punkt einig, dass nur durch den Dialog, Einmischen und Mitmischen in allen Altersgruppen unsere demokratische Grundstimmung beibehalten wird.

(c) Florian Weberpals