8. Juli 2026 | Personen, Politik

Ein Lebenswerk für Gleichstellung, Solidarität und Gewaltschutz

Kein Alt-Text zur Verfügung gestellt. Bild: SPD Nürnberg

Von Nina Görgen, Helga Koch-Zessin und SPD Frauen

Seit fast fünf Jahrzehnten engagiert sich Gabriele Penzkofer-Röhrl für Gleichberechtigung, soziale Teilhabe und den Schutz von Frauen vor Gewalt. Für dieses außergewöhnliche Lebenswerk wurde unsere langjährige Stadträtin 2026 mit dem Luise Kiesselbach Preis in der Kategorie Lebenswerk ausgezeichnet. Als SPD-Frauen Nürnberg gratulieren wir ihr von Herzen.

Mit dem Preis wird insbesondere ihr jahrzehntelanger Einsatz für den Aufbau von Schutzstrukturen für gewaltbetroffene Frauen, ihr prägender Beitrag zur kommunalen Gleichstellungspolitik sowie ihr kontinuierliches Engagement gegen strukturelle Ungleichheit gewürdigt.

Bereits in den 1970er Jahren engagierte sich Gabriele Penzkofer-Röhrl in der Neuen Frauenbewegung. 1977 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen des Nürnberger Frauenhauses, dem sie insgesamt 37 Jahre lang verbunden blieb – unter anderem als Sozialpädagogin und sechs Jahre als Geschäftsführerin. Damit hat sie entscheidend dazu beigetragen, das Hilfesystem für von Gewalt betroffene Frauen in Nürnberg aufzubauen und nachhaltig zu stärken.

Seit ihrem Eintritt in die SPD im Jahr 1990 prägt sie die sozialdemokratische Frauen- und Sozialpolitik in Nürnberg maßgeblich mit. Sie war viele Jahre Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und von 2006 bis 2015 Vorsitzende des Ortsvereins Maxfeld. Bis heute engagiert sie sich als Vorsitzende der SPD AG 60plus besonders für generationenübergreifende Politik, soziale Teilhabe im Alter und quartiersbezogene Unterstützungsangebote.

Für uns SPD-Frauen ist sie über viele Jahre hinweg eine wichtige Wegbegleiterin, Impulsgeberin und verlässliche Stimme für Gleichstellungspolitik – nicht nur rund um den Internationalen Frauentag, sondern kontinuierlich im politischen Alltag.

Seit 2002 gehört Gabriele Penzkofer-Röhrl dem Nürnberger Stadtrat an und hat dort über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg zentrale sozialpolitische Themen geprägt. Als frauenpolitische, personalpolitische und seniorenpolitische Sprecherin setzte sie wichtige Impulse für Gleichstellung, Armutsprävention, Beschäftigungsförderung und soziale Infrastruktur in unserer Stadt.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit war stets der Schutz von Frauen vor Gewalt. Sie setzte sich kontinuierlich für den Ausbau von Frauenhausplätzen und Beratungsangeboten ein und treibt bis heute die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene voran. Zuletzt engagierte sie sich dafür, die Chancen des Gewalthilfegesetzes konsequent für Nürnberg zu nutzen und die Finanzierung der Hilfestrukturen langfristig zu sichern.

Darüber hinaus war ihr der Ausbau von Angeboten für ältere Menschen ein zentrales Anliegen – etwa durch quartiersbezogene Unterstützungsstrukturen, barrierearmes Wohnen und bessere Möglichkeiten sozialer Teilhabe im Alter.

Nach über zwei Jahrzehnten engagierter Stadtratsarbeit scheidet sie nun auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. Ihr kommunalpolitisches Wirken hat die Sozialpolitik Nürnbergs nachhaltig geprägt.

Was Gabriele Penzkofer-Röhrl besonders auszeichnet, ist die Verbindung aus politischer Klarheit, großer sozialer Kompetenz und persönlicher Wärme. Sie kann Menschen zusammenbringen, Netzwerke stärken und Veränderungen beharrlich vorantreiben.

Ihr Engagement folgt einem einfachen und zugleich kraftvollen Leitgedanken:

„Keine und keiner darf verloren gehen.“

Liebe Gabi, wir danken dir für dein jahrzehntelanges Wirken für Gleichstellung, Solidarität und soziale Gerechtigkeit in Nürnberg – und gratulieren dir herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.

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